Erarbeitung eines demokratiepolitischen Bildungsprogramms für Kinder und Jugendliche im sambischen Parlament

Ein Schwerpunkt im Rahmen der Parlamentarischen NordSüdDialog Partnerschaft zwischen dem österreichischen Parlament und der National Assembly of Zambia liegt im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit. Konkret geht es darum sambische Bürger_innen über Stellung, Aufgaben und die Arbeit des Parlaments in einem demokratischen Prozess besser zu informieren.

Bereits im Rahmen der vorbereitenden Treffen für die Kooperation mit Sambia im Jahr 2016 zeigten sich die Mitarbeiter_innen der National Assembly begeistert von den vielen Aktivitäten des österreichischen Parlaments, wie Tag der offenen Tür, Demokratiewerkstatt, Diskussionsveranstaltungen, Jugendparlament, etc.  Vor allem auch die intensive demokratiepolitische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen wurde von den Kolleg_innen aus Sambia mit großem Interesse wahrgenommen.

Fast die Hälfte der aktuell rd. 16,5 Millionen Einwohner_innen Sambia’s ist unter 15 Jahren.  Entsprechend groß ist das Interesse der National Assembly demokratiepolitische Bildungsaktivitäten für diese Zielgruppe anzubieten. Es wurde daher entschieden eine Strategie für ein „demokratiepolitisches Bildungsprogramm für Schüler_innen“ auszuarbeiten. Festgelegt werden soll darin, was man konkret erreichen möchte, wer die exakte Zielgruppe sein soll und welche Maßnahmen getroffen werden müssen.

Von Seiten des Parlaments wurde Sari Krammer, die schon seit vielen Jahren im Bereich der Demokratiewerkstatt arbeitet und über entsprechende Expertise verfügt, als Ressource Person diesem Projekt zugeteilt.

 

 

28. September bis 5. Oktober 2018 - Wissen als Schlüssel zur Partizipation

©Kepplinger/PNSD
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Nach Arbeitsbesuchen in Sambia im Februar 2018 und dem Gegenbesuch der sambischen Delegation in Österreich im Juni erfolgte nun der finale Arbeitsbesuch zur Erstellung des demokratiepolitischen Bildungsprogramms der National Assembly of Zambia der ganz im Zeichen von “Knowledge is the key for active participation in democracy” stand.

Schwerpunkt dieser Arbeitswoche war vor allem der Austausch mit der Zielgruppe, nämlich den Sambischen Schüler_innen. Im Rahmen eines Besuchs im Wahlkreis Ngoma sowie durch einen Workshop im Parlament mit Schüler_innen einer Community School konnten ihre Ideen und Wünsche im Hinblick auf demokratiepolitischen Aktivitäten und Programme erfragt und erarbeitet werden. Diese werden in das Gesamtdokument einfließen.

In einem weiteren Arbeitsschritt traf sich auch jene Workshop-Gruppe wieder, die bereits im Februar Teile der Strategie des Bildungsprogramms definiert hat, um weiter an den Inhalten des Bildungsprogramms zu arbeiten.

In einem Treffen mit Parlamentsdirektorin Cecilia Mbewe, sowie dem Leiter für Öffentlichkeitsarbeit Stephen Kawimbe, unter dessen Bereich auch die Umsetzung des demokratiepolitischen Bildungsprogramms fällt, präsentierten die hierfür verantwortlichen Mitarbeiterinnen der beiden Parlamente, Kashimbi Limata und Sari Krammer, sowie Projektkoordinatorin Jutta Kepplinger die Ergebnisse. Die Parlamentsdirektorin freute sich sehr über den Projektfortschritt sowie über die inhaltlichen Schwerpunktsetzungen.

In einem letzten Schritt wird das Dokument von den zuständigen Verantwortlichen finalisiert; der Launch ist für Frühjahr 2019 geplant.

 

 

4. bis 9. Juni 2018 - Demokratie in Bewegung (Wien)

©Kepplinger/PNSD

Eine wichtige Säule der Partnerschaft zwischen dem österreichischen Parlament und der National Assembly of Zambia (NAZ) ist der Bereich Jugend – politische Bildung - Vermittlung von Demokratie. Im Februar wurden in einem 3-tagigen Workshop in Lusaka die Vision und die Zielsetzungen eines demokratiepolitisch edukativen Programms für Schüler_innen und Jugendliche erarbeitet sowie eine Stärken-Schwächen/Chancen-Risikoanalyse und eine Ressourcenanalyse durchgeführt.

Beim Arbeitsbesuch von Mitarbeiter_innen der NAZ in der ersten Juniwoche in Wien wurden weitere Inputs gegeben und Best Practise erörtert. Die unterschiedlichen Formate zur Demokratievermittlung an Jugendliche des österreichischen Parlaments wurden vorgestellt und auf ihre Umsetzungsmöglichkeit in Sambia durchleuchtet. Das Arbeitsprogramm umfasste unter anderem einen Besuch in der Demokratiewerkstatt, eine gemeinsame Tour durch das Parlament mit einer Schulklasse sowie die Teilnahme an einem „Demokratie in Bewegung“ Workshop in der Berufsschule Mollardgasse.

Das „Educational Programme“ konnte dadurch um einige Bereiche und Ideen erweitert werden. Bis September soll ein erstes Rohkonzept stehen, das im Rahmen eines zweiten Workshops Anfang Oktober in Lusaka präsentiert, diskutiert und weiterentwickelt wird.

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3. bis 10. Februar 2018 - PR Workshop in Lusaka

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Von 3. bis 10. Februar flog Sari Krammer vom österreichischen Parlament gemeinsam mit Projektleiterin Jutta Kepplinger zu einem ersten Arbeitsbesuch nach Lusaka. Neben der Abhaltung eines ersten Workshops zur Erstellung der Strategie standen auch der Besuch einer Schule sowie eines Wahlkreisbüros - sozusagen einer „Außenstelle des Parlaments“ - auf der Agenda. Dies war wichtig, um sich ein Bild davon machen zu können, welche Aktivitäten auch außerhalb des Parlaments stattfinden könnten, was aufgrund der Größe des Landes und der mangelnden verkehrstechnischen Infrastruktur in der Strategie berücksichtigt werden muss.

Der 3-tägige Workshop selber wurde im Besucherzentrum des Parlaments abgehalten und gemeinsam von PD Cecial Mbewe und der Ersten Vizeparlamentspräsidentin Catherine Namugala unter großem Interesse der Parlamentsmitarbeiter_innen eröffnet. Zum Workshop selber waren jedoch nicht  nur Mitarbeiter_innen des Parlaments eingeladen, sondern u.a. auch Lehrer_innen, Schülervertreter_innen und Mitarbeiter_innen der Ministerien, die im Bereich der Erstellung der Lehrpläne arbeiten. Sari Krammer moderierte den Workshop gemeinsam mit Projektkoordinatorin Jutta Kepplinger und stand als Ressource Person auch für inhaltliche Fragen zur Verfügung. Ein Core Team, bestehend aus Mitarbeiter_innen der Öffentlichkeitsabteilung der National Assembly wird gemeinsam mit Sari Krammer am Dokument weiterarbeiten. Eine Finalisierung ist mit November 2018 geplant.

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PR Training im Oktober 2017

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Vom 22. bis zum 27. Oktober 2017 erhielten zwei Mitarbeiterinnen der Öffentlichkeitsabteilung des sambischen Parlaments einen Einblick in Abläufe, Inhalte und Konzepte zum Thema politische Bildung, Öffnung des Parlaments für seine Bürger_innen und edukative Konzepte zur Wissens- und Informationsvermittlung im österreichischen Parlament.

Interview mit Kashimbi Limata und Sibonelo Jere

©Zinner/PD
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Die parlamentarische Kooperation zwischen Österreich und Sambia beinhaltet u.a. die Überarbeitung des Bildungskonzepts für die National Assembly of Zambia (NAZ). Vom 22. bis zum 27. Oktober erhielten zwei Mitarbeiterinnen der Öffentlichkeitsabteilung in der NAZ im Rahmen eines Trainings im österreichischen Parlament einen umfassenden Einblick in Abläufe, Inhalte und Konzepte zum Thema politische Bildung, Öffnung des Parlaments für seine Bürger_innen und edukative Konzepte zur Wissens- und Informationsvermittlung.

Offizielle Statistiken zeigen, dass fast die Hälfte der 16,5 Millionen Menschen in Sambia unter 15 Jahre alt ist. Um Demokratie in Sambia jetzt und in Zukunft zu stärken, ist es daher eine Grundvoraussetzung, sambischen Jugendlichen die Bedeutung der Demokratie, die Rolle des Parlaments, der National Assembly of Zambia, in der politischen Struktur Sambias und die Notwendigkeit der Umsetzung der SDGs in ihrem Land zu vermitteln. Mit den vereinbarten Projektaktivitäten wird ein Beitrag dazu geleistet. Ende Oktober absolvierten daher zwei Mitarbeiterinnen der PR Abteilung des sambischen Parlaments einen Arbeitsbesuch. Ziel war es sich Anregungen bzgl. Programmen und Werkzeugen zur Demokratievermittlung an Schulkinder im Österreichischen Parlament zu holen. Der Besuch diente auch der Vorbereitung eines Workshops Anfang nächsten Jahres in Lusaka, bei dem ein neues Konzept zur Demokratiepolitischen Bildung von Schüler_innen im Rahmen von Parlamentsbesuchen erarbeitet werden soll.

In einem Interview schildern Kashimbi Limata und Sibonelo Jere ihre Eindrücke.

PNSD: You have visited different facilities of the department for Public Relations and Services for Citizens of the Austrian Parliament – which ideas do you find most useful for your work at the Public Relations Department of the Zambian Parliament?

Limata: The Democracy Workshops showed us how children can be brought to actually participate and discuss the role of parliament and democracy. In it, concept for different age groups were used, each one aiming at making the workshop more interesting and relevant for the children of a certain age and giving them the opportunity to get involved.

Jere: I agree, certainly the Democracy Workshop and the various facets of these workshops are very interesting concepts. But it was also valuable to see the Open Day at the Austrian Parliament, how the InfoPoints are operated and that the Austrian Parliament has its own Gift Shop with many different items to buy, thus helping people to identify themselves with Parliament.

PNSD: The 26th of October is the Austrian National Holiday and traditionally, the Austrian Parliament holds an Open Day for all citizens and visitors. You experienced some of the preparations and the Open Day itself. What was particularly valuable for you and your work?

Jere: We received a lot of information and know-how with regard to the manner in which the Open Day is organized, including details on the number of staff that are involved in organizing it. Also, I found it very interesting to get to know the statistics of visitors who have been to the Open Day in previous years. This, to me, is a reflection of how much interest citizens have in matters of democracy and the institution or parliament.

Limata: I found it very transparent, how the Austrian Parliament is raising awareness among the Austrian people in terms of the fact that the Parliament building is under renovation, why this is necessary and how much it will cost. At the Open Day itself, children were motivated to participate with games and rallies, all of which makes the visit more exciting for them.

PNSD: Major aspects of your training were educational programs for school youth and the guided tours. Which elements presented in the Austrian Parliament can be relevant for the revision of the present educational programs in the Zambian Parliament?

Limata: I would say that, for example, we can also introduce a Democracy Workshop for children and youth, not on a permanent scale, but maybe once a year. This could coincide with the international day for democracy. Two weeks can be dedicated to have democracy workshops within the visitors centre at the parliament building. Also the idea of developing games for children is valuable, as such tools are tailor-made for the target group and makes visits to the Parliament more relevant and memorable. It also enhances the level of understanding of complex matters such as law-making. Generally, the tool that is used in the Austrian Parliament to elaborate the law-making process would be interesting to develop also in Zambia. Generally, it would be interesting to develop a similar law-making tool as used in the Austrian Parliament explaining the legislative process in Zambia.

Jere: For the guided tours in the National Assembly of Zambian it would really be useful to add more detail regarding the historical background of the parliament. This could be interesting for the visitors. If we had Democracy Workshops, as suggested by my colleague, the visitors could also gain more information and knowledge about democracy as such and also how they can participate. Such information is difficult to present in a guided tour. As for the Open Day, a great advantage of such an event would be to allow high numbers of people to access parliament and gain interests in parliamentary processes.

© Parlamentarischer NordSüdDialog 2014

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