7. bis 13. Mai 2017 - Besuch der sambischen Abgeordneten der JPPG

©Kepplinger/PNSD

Die vier sambischen Abgeordneten der Joint Parliamentary Peer Group (JPPG) konnten sich während ihres Besuchs ein umfassendes Bild über die politische und administrative Funktionsweise des österreichischen Parlaments sowie über zahlreiche Aspekte, die im Zusammenhang mit dem SDG 4 stehen, machen. Auf dem Programm standen eine Parlamentstour, die Einführung in den legislativen Prozess in Österreich, eine Präsentation über die Kommunikation zwischen dem Parlament und der österreichischen Bevölkerung und über die demokratiepolitische Bildung von Kindern und Jugendlichen, u.a. auch der Besuch und die aktive Partizipation der sieben Abgeordneten der JPPG in der DemokratieWerkstatt mit einer Schüler_innengruppe aus Oberösterreich.

Im Mittelpunkt des Programmes stand jedoch der Austausch mit zahlreichen Organisationen und Institutionen in Wien, Ober- und Niederösterreich, die sich mit den von der JPPG behandelten SDG Unterzielen beschäftigen. Zentrale Inhalte waren jeweils die duale Ausbildung sowie reproduktive und sexuelle Gesundheit und Bildung in Österreich. Besucht wurden u.a. die Österreichische Gesellschaft für Familienplanung (ÖGF), der Lehrbetrieb Technologiezentrum von Jugend am Werk, die NGO Selbstlaut (Prävention sexualisierter Gewalt gegen Kinder), die Berufsschule Längenfeldgasse, das Salzkammergut Klinikum (Universitätslehrkrankenhaus), das Landeskrankenhaus Gmunden, die Energie AG in Gmunden (Wasser und Solarenergie), sowie die landwirtschaftliche Berufs- und Fachschule Gießhübel. Die Abgeordneten aus Sambia wurden jeweils von der Projektleiterin sowie einer/m österreichischen JPPG Abgeordneten begleitet und zeigten sich äußerst interessiert an den unterschiedlichen Angeboten, die Österreich zur Erreichung seiner nationalen (Aus)Bildungsziele etabliert hat.

In einem gemeinsamen Workshop wurden zudem konkrete Ziele und Kommunikationsstrukturen für die zukünftige Kooperation der JPPG erarbeitet.

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Zusammensetzung der Joint Parliamentary Peer Group (JPPG)

©Kepplinger/PNSD

Die Peer Group besteht aus vier Abgeordneten aus dem sambischen Parlament und drei Abgeordneten aus dem österreichischen Parlament. Die Abgeordneten werden sich im Rahmen des Parlamentarischen NordSüdDialogs mit den Herausforderungen und der Umsetzung des Nachhaltigen Entwicklungszieles 4 (Sustainable Development Goal, SDG 4) in den jeweiligen Ländern beschäftigen. Der Austausch auf bilateraler Ebene ist dabei eine bereichernde Erfahrung und soll dabei unterstützen, die nationalen Rahmenbedingungen für eine "inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle" zu gewährleisten bzw. zu fördern.

 

Mitglieder der Peer Gruppe:

SAMBIA:

MP P. C. MWACHINGWELE, Chairperson, Committee on Education, Science and Technology

MP G. K. MWAMBA, Committee on Education, Science and Technology

MP J. K. CHANDA, Chairperson Committee on Health, Community Development and Social Services

MP C. K. KALILA, Chairperson Interim Caucus on SDGs

ÖSTERREICH:

Abg.z.NR Georg STRASSER, Obmann des Familienausschuss

Abg.z.NR Katharina KUCHAROWITS, Obmannstellvertreterin Unterausschuss Kinderrechte-Monitoring und Jugendpartizipation

Abg.z.NR Julian SCHMID, Mitglied des Familienausschuss

 

 

Stellungnahme des Obmann des Familienausschuss

©Strasser

Als Landwirt und Bürgermeister einer Marktgemeinde in Niederösterreich bin ich der festen Überzeugung, dass globale und regionale Entwicklungen sozial, ökologisch und ökonomisch miteinander verbunden werden können, wenn die richtigen politischen Entscheidungen und Akzente gesetzt werden.

Eine notwendige Voraussetzung dafür ist u.a. die Beteiligung der Bevölkerung als verantwortliche Akteur_innen ihrer eigenen Lebenswelt und Zukunft. Die umfassende Information und Bildung über globale Zusammenhänge ist dabei wesentlich. Als Obmann des Familienausschusses und Familiensprecher der ÖVP freut es mich besonders, dass die Themen „Bildung“ und "Jugend" in verschiedensten Facetten im Parlamentarischen NordSüdDialog behandelt werden. Kinder- und Jugendrechte sind fester Bestandteil unserer Familien Agenda und müssen Teil einer ambitionierten zukunftsorientierten Politik sein.

Das Ziel 4 der Sustainable Development Goals - "Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern" – ist wesentlicher Inhalt unserer Kooperation mit dem sambischen Parlament. Von dieser Zusammenarbeit erwarte ich mir neue Impulse für entwicklungspolitische Aktivitäten in Österreich, sowie Ideen in Bezug auf die Umsetzung des SDG 4. Der Meinungs- und Erfahrungsaustausch soll auch Basis für mehr Verständnis für andere Lebenssituationen in der Bevölkerung sein. Als Abgeordnete haben wir in allen diesen Bereichen Verantwortung gegenüber den Menschen in unseren Ländern, insbesondere den Kindern und Jugendlichen.

Ein offener Dialog wird angetrieben vom Streben, neue Ansätze und Menschen kennenzulernen. Somit freue ich mich auf die Kolleg_innen aus Sambia und auf gute Gespräche, von denen beide Partner und Länder profitieren können.

 

Ihr Abg.z.NR Georg Strasser

 

 

Stellungnahme der SPÖ Kinder- und Jugendsprecherin

©Hubmayer

Der internationale Austausch, das gemeinsame Arbeiten und Vernetzen, das voneinander lernen und neue Visionen zu entwickeln, begeistert mich. Ich bin überzeugt davon, dass von internationaler Zusammenarbeit beide Seiten profitieren können und dass wir gemeinsam entscheidende Ansatzpunkte für unsere Arbeit mitnehmen werden.

Grundlage unserer Zusammenarbeit sind Schwerpunkte der Sustainable Development Goals (SDGs). Diese halte ich für einen Meilenstein, weil sie erstmals in der Geschichte für alle Länder, also universell gelten. Damit ist klar gemacht, dass sich jedes Land diesen Zielen verpflichtet sieht und vor allem Verbesserungspotenzial vorhanden ist. Die Schwerpunktsetzung auf die Themen Berufsbildung, Ausbildung und Bildung, und sexuelle Bildung macht die Arbeit mit den Kolleg_innen aus Sambia besonders spannend. Bei sexueller Bildung geht es mir in erster Linie um die Möglichkeit, allen Menschen eine selbstbestimmte Sexualität zu ermöglichen, was auch bedeutet, über Risiken Bescheid zu wissen, den eigenen Körper zu kennen, und über Rechte informiert zu sein.

Besondere Bedeutung, auch für die Schaffung besserer Lebensumstände, hat für mich Bildung an sich. Dabei geht es einerseits natürlich um Berufsausbildung, um sich selbst in ökonomischer Hinsicht absichern zu können, andererseits aber auch um Selbstverwirklichung in einem Arbeitsumfeld, das ich selbst wähle. In diesem Bereich schafft das duale Ausbildungssystem Chancen, die ein Beispiel sein können, wie man Schule und eine Berufsausbildung gut verschränken kann.

Parallel dazu müssen wir uns natürlich auch – vor allem auch in einem internationalen Kontext – mit politischer Bildung auseinandersetzen. Neue Nationalismen, das Wiedererstarken autoritärer Ideen und das zerstören demokratischer Verfassungen sind ein Problem unserer Zeit, für das wir nur gemeinsam tragfähige Lösungen finden können. Ich freu mich deshalb sehr, Teil der sambischen-österreichischen Peer-Group zu sein.

 

Ihre Abg.z.NR Katharina Kucharowits

 

 

Stellungnahme des Jugendsprechers der Grünen

©Schmid

Die Möglichkeit des internationalen Austausches gerade auf parlamentarischer Ebene ist essentiell für alle Beteiligten und politisch Verantwortlichen. Die Sustainable Development Goals, die die Staatengemeinschaft über die UNO gemeinsam tragen, geben eine Grundlage vor, die für jedes Mitgliedsland Gültigkeit hat. Armutsvermeidung, Geichstellung, und Schutz der Umwelt sind dabei die Eckpfeiler. Zur langfristigen Umsetzung braucht es dafür speziell Jugendliche und junge Erwachsene.

"Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern" ist das Ziel Nummer 4 dieser Sustainable Development Goals und unser Schwerpunkt in der Kooperation mit dem Parlament in Sambia. Als Jugendsprecher im Parlament ist es mir ein besonderes Anliegen, dieses Ziel zu verfolgen - und das gemeinsam mit den sambischen Kolleg_innen. Bildung und lebenslanges Lernen sind der Schlüssel für eine gerechtere Welt, davon bin ich überzeugt.

Genauso gilt es, Ausbildungschancen zu fördern, ein sinnvolles und selbstbestimmtes Leben zu forcieren sowie Gesundheit und eigenständige Familienplanung zu gewährleisten. Teil des parlamentarischen NordSüdDialogs zu sein ist eine wunderbare Chance, aktiv über den Tellerrand zu blicken, Jugendpolitik gemeinsam mit den Partner_innen aus Sambia zu diskutieren und Maßnahmen auch umzusetzen. Darauf freue ich mich!  

 

Ihr Abg.z.NR Julian Schmid

© Parlamentarischer NordSüdDialog 2014

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