Geschichte

©Jäger

Im Mai 2006 startete das von NR.a.D. Inge Jäger, ehemalige Sprecherin des entwicklungspolitischen Unterausschusses, initiierte Projekt Parlamentarischer NordSüdDialog. Ein wesentlicher Anstoß für einen derartigen Dialog waren und sind die Inhalte und Forderungen der Association of European Parliamentarians with Africa (AWEPA), die sich als internationale Organisation europäischer Parlamentarier_innen für Afrika seit den 1980er Jahren darum bemüht, die Entwicklung Afrikas durch die Förderung des Demokratisierungsprozesses und des politischen Dialogs zwischen Afrika und Europa auf parlamentarischer Ebene voranzutreiben. Inge Jäger war Gründungsmitglied der AWEPA Sektion im österreichischen Parlament, die seit dem Jahr 2002 besteht.

Zentrale Zielsetzungen des von der österreichischen Entwicklungsagentur ADA (Austrian Development Agency) und dem Land Oberösterreich unterstützten Projekts waren die Förderung entwicklungspolitischer Themen im österreichischen Parlament, der Aufbau einer parlamentarischen Partnerschaft und Kooperation zwischen dem österreichischen und dem mosambikanischen Parlament (2006-2016), sowie die kontinuierliche Stärkung und Sichtbarmachung der AWEPA Sektion im österreichischen Parlament.

Voraussetzungen für die erfolgreiche Umsetzung der Aktivitäten innerhalb des Projektes waren die Einbeziehung aller Parlamentsparteien sowie eine überparteiliche Vertretung des Projektes und der Zielsetzungen. Unterstützt wurde das Projekt von den Präsident_innen des Nationalrates, den entwicklungspolitischen Sprecher_innen der Parteien und den Parlaments(vize)direktor_innen. Einem Beirat, bestehend aus diesen Repräsentant_innen bzw. deren Stellvertreter_innen, Vertreter_innen der politischen Akademien und den Projektmitarbeiter_innen oblag in den Anfangsjahren das strategische Management des Projekts. Die operative Umsetzung erfolgt durch das Projektmanagement-Team.

Dem Engagement aller Beteiligten ist es zu verdanken, dass eine positive Bilanz der vergangenen Kooperation mit dem mosambikanischen Parlament gezogen werden kann. Diese endete im Dezember 2016 nach 10 Jahren intensiver Partnerschaft. Im Jänner 2017 startete der Parlamentarische NordSüdDialog mit dem sambischen Parlament.

 

 

Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (1954 - 2014)

©WILKE

Mit Barbara Prammer hat der Parlamentarische NordSüdDialog eine wichtige und stets fördernde Unterstützerin verloren. Das Projekt wurde im Jahr 2006 unter ihrer Präsidentschaft im Parlament etabliert, denn sie war überzeugt davon, dass erfolgreiche Entwicklungspolitik langfristige Zusammenarbeit braucht, die Partnerschaft als gegenseitige Verantwortung versteht. Die Stärkung von Parlamenten als wichtiger Bestandteil aktiver Entwicklungszusammenarbeit war ihr ebenso ein Anliegen wie die Bewußtseinsbildung, dass sich entwicklungspolitische Verantwortung in allen Politikbereichen im Norden niederschlagen muss, um eine Verbesserung der Lebensbedingungen in den Partnerländern zu erzielen.

Ihre Wertschätzung für den Parlamentarischen NordSüdDialog zeigte sich in der aktiven Teilhabe und Teilnahme an strategischen Entscheidungen und bei Veranstaltungen, dem persönlichen Austausch mit Delegationen aus dem mosambikanischen Parlament, sowie ihrer Ehrenpräsidentschaft in der AWEPA Sektion im österreichischen Parlament. Das Andenken an sie wird den Parlamentarischen NordSüdDialog auch in Zukunft begleiten.

© Parlamentarischer NordSüdDialog 2014

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